Medizinstudierende demonstrieren gegen Inhalte des „Masterplan Medizinstudium 2020“

Demonstration am Gänseliesel

Demonstration am Gänseliesel

Unter dem Motto #RichtigGuteÄrzteWerden haben Medizinstudierende im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) gegen Inhalte des von der Bundesregierung geplanten „Masterplan Medizinstudium 2020“ protestiert. Über 100 Studierende versammelten sich am Haupteingang des Klinikums und zogen, mit Kittel bekleidet, durch die Innenstadt bis zum Gänseliesel. Mit den Sprechgesängen: „Say it loud, say it clear – gute Ärzte werden wir!“ und „Wir wolln alle kein 3. Pflichtquartal“ unterstrichen wir eine unserer Hauptforderung:

Im Praktischen Jahr (PJ), dem letzten Abschnitt des Medizinstudiums und wichtigstem Teil der praktischen Ausbildung, soll zusätzlich zu Innerer Medizin und Chirurgie ein drittes Pflichtquartal Allgemeinmedizin eingeführt werden. Dies lehnen wir ab, da so die Wahlfreiheit deutlich eingeschränkt wird. Stattdessen sollte die Allgemeinmedizin festerer Bestandteil des Studiums werden.

Auch eine „Landarztquote“ wollen wir verhindern. Diese sieht vor, dass Personen leichter einen Medizinstudienplatz bekommen, die sich bereits vor dem Studium dazu verpflichten später als Ärztin oder Arzt in strukturschwachen Regionen tätig zu sein. Die Zahl an Landärzten muss durch attraktive Bedingungen und frühe Einbindung der Allgemeinmedizin ins Studium und nicht durch Zwang erreicht werden.Demonstration in der Innenstadt

Außerdem fordern wir eine deutschlandweit einheitliche Aufwandsentschädigung im PJ. An manchen Fakultäten bekommen die Studierenden nicht mal ein kostenloses Mittagessen, obwohl sie täglich für 8 Stunden fest in den Stationsalltag und die Krankenversorgung eingebunden sind. Eine Finanzierung durch Nebenjobs ist im PJ kaum möglich. Daher soll sich die Aufwandsentschädigung an den BAföG-Sätzen orientieren.

Danke an alle, die so zahlreich dabei gewesen sind!

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